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Wir sind ein bisschen anders. Wir bieten Zeit, Ruhe und Selbstentdeckung ganz ohne Druck.

Häufig Gestellte FRagen

Ja sicher. Sie sollen die Freiheit haben, allein oder zu zweit zu kommen. Ganz nach Ihren Möglichkeiten und nach Ihrer Befindlichkeit. Es käme uns nie in den Sinn, nur ein Elternteil im Kurs zuzulassen.

Die ideale Wassertemperatur ist 33/34°. Die Luft sollte nicht unter 30° sein.

Babys müssen eine Badehose tragen, um eventuelles Einkoten «in Grenzen» zu halten. Entsprechend sollten die Badehosen an den Beinchen gut anliegen. Wir empfehlen ganz einfache Baby-Badehöschen; sie haben mit Abstand das beste Preis-Leistungs-Öko-Verhältnis. Wer Wegwerf-Badewindeln benützen will, muss wissen, dass sie die Bauchlage behindern, weil sie einen unnatürlichen Auftrieb haben. (Tipp fürs «Umweltgewissen»: Man kann die Windeln trocknen und mehrmals verwenden). Badewindeln halten den Urin nicht zurück – wie oft angenommen.

Sehr verschieden. In einem Hallenbad ist nicht nur die Fülle des Wassers neu, sondern auch die Umgebung, Lichtreflexe, Töne. Die Mehrheit der Babys bewegt sich spontan und geniesst das nasse Element. Etwa ein Fünftel zeigt anfangs leichte, meist schnell vorübergehende Reaktionen, wie angezogene Ärmchen, Fäustchen, kritischer Blick und hochgezogene Beine in der Bauchlage. Dieses Zögern legen diese Babys nach wenigen Minuten oder im Verlauf der ersten Kursstunde ab. Nur ganz Wenige reagieren mit Weinen oder Klammern und entspannen sich erst beim 2. oder 3. Mal.

Im Wesentlichen vermittelt der Kurs physiologisch richtige Haltegriffe, aus denen sich dann Schwebe-, Gleit-, Zieh- und Strampelspiele entwickeln lassen. Die Haltegriffe sind so gewählt, dass sie dem Kind ausreichend Bewegungsfreiheit lassen, bzw. zur Eigenmotorik anregen. Zwischendurch gibts immer wieder Liedchen, Kreis- und Elementspiele.

Das goldene Babyschwimmalter ist 8-11 Monate. In diesem Alter haben sie die ideale Aufnahmefähigkeit für das Geschehen im Wasser und für das Drumherum. Unsere Kurse beginnen mit 4 Monaten und in Ausnahmefällen nehmen wir auch schon Babys ab 3½ Monaten. Darunter raten wir ab, weil der Überforderungsgrad im Verhältnis zum Wohlfühlgrad zu hoch ist.

Im eigentlichen Sinn lernen nur die Eltern. Sie lernen Haltegriffe, Bewegungen, Spiele, kleine Rituale, Lieder. Als gelungen bezeichnen wir eine Stunde, wenn wir gemeinsam mit den Eltern eine liebevolle, gelassene und heitere Atmosphäre schaffen können. Mehr braucht das Baby nicht, weil dieses wohlige Sein im Wasser alles zur Entfaltung bringt. Es ist uns wichtig, dass das Baby nichts können muss. Die Wasserbewegungsspiele verstehen wir als eine Einladung an das Baby. Inwieweit es der Einladung folgt, ist Sache des Babys und sollte in jedem Fall akzeptiert werden.

Nein. Wenn ein Kind von sich aus die Nase ins Wasser eintaucht oder sich selbst den Impuls gibt, vom Beckenrand ins Wasser zu gleiten, darf das geschehen. Warum? Weil es der Neugier, Bedürfnis des Kindes entspringt. Methoden, bei denen das Interesse des Erwachsenen über das des Kindes gestellt wird, lehnen wir ab, selbst wenn es “gut gemeint” ist.

Das Fazit unserer Erfahrungen und Beobachtungen ist: Wir haben vor dem Leben im Allgemeinen und vor dem eines Babys im Speziellen grossen Respekt und könnten es nicht verantworten, dieses Leben in irgendeiner Weise zu gefährden.

Wir leiten nicht zum Tauchen an. Zu diesem Thema mehr…

Sicher ja, denn Babyschwimmen ist Zuwendung, Hautstimulation und eine Fülle weiterer sensomotorischer Reize. All das wirkt sich positiv auf die Entwicklung eines Kindes aus.

Frühförderung ist ein reizvolles Wort und wird heutzutage gerne verwendet. Man muss jedoch gut in sich hineinspüren, um welche Qualität es sich tatsächlich handelt, um nicht in die Förderfalle zu treten. Steht Angst oder Liebe dahinter? “Fördern” heisst für uns: Das gedeihliche Wachstum des Babys unterstützen UND seiner Selbstentfaltung nicht im Wege zu stehen! Das ist die eigentliche Kunst. Vorgaben von Erwachsenen sind  keine Kunst – und blockieren das selbstentdeckende Lernen. “Förderliche” Anregungen sollen  dem Spiel dienen und nicht dem gesellschaftlichen Druck des «früher, schneller, besser».

Im Kern geht es um die gedeihliche Atmosphäre. Was ist das? Es ist das Spiel, das Verweilen, das Sein, das Gewahrsein. Diese Philosophie hat sich erst im Laufe der Zeit bei Kristina Pfister entwickelt. Als sie 1990 die Ausbildung machte, übernahm sie zunächst ungefragt das damalige Förderdenken. Der Blick war dabei nach vorn gerichtet. Das Ziel – in der Zukunft – war wichtiger als das Hier und Jetzt. Der Zukunft entgegenzulaufen heisst das Jetzt zu verpassen. Und was noch viel wichtiger ist: In einem Kurs, der auf Leistung ausgerichtet ist, verändert sich die Atmosphäre negativ und ist weniger gedeihlich. Das “Im-Jetzt-Leben” lernen uns die Babys.

Daher lautet unsere Philosophie fürs Babyschwimmen: Wenn du das Sein im Jetzt zulässt, entsteht das Werden von selbst. Die Momente im Wasser geniessen, die Sanftheit des Elements wahrnehmen, sich voll auf das einlassen, was gerade geschieht, an dem Erleben des Kindes teilhaben und vermitteln: du bist die beste Ausgabe deiner Selbst. Diese feine Unterscheidung ist für uns zentral.

Ein Kind will in all seinen Aspekten und in all seiner Ganzheit wahrgenommen werden. Bekommt es nur Lob und Zuwendung für etwas, das in den Augen der Erwachsenen als gelungen gilt, verbiegen wir das Kind und stören es in seiner Entfaltung. Deshalb richten wir unser Babyschwimmen nicht auf das Gelingen aus, sondern aufs Sein. Babys sind im Vergleich zu uns Erwachsenen noch in der Einheit – im Nichtdualismus. Es geht ihnen weder ums Können noch ums Nichtkönnen. Sie kennen weder Leistung noch Versagen. Weder Erfolg noch Misserfolg einer Handlung. Sie spielen! Sie befühlen etwas. Es ist ein wertfreies Wahrnehmen der Umgebung oder einer Sache. Sie erkunden und machen dabei ständig Erfahrungen – anstrengungslos. Egal, ob das Kind einfach nur ist oder einfach staunt oder einfach spielt, es hat unsere wertschätzende Aufmerksamkeit verdient.

Wenn ein Kind zwischen 1 und 3 Jahren «wasserscheu» reagiert, ist dies ganz normal. Etwa die Hälfte der Kleinkinder sind in dieser Phase zurückhaltend. Zwischen drei und vier Jahren erwacht dann ihre Liebe für das Im-Wasser-sein (wieder neu). In diesem Alter ist ein häufiger Besuch im Hallenbad oder in der Badi empfehlenswert, damit die Kinder dann mit 4-6 Jahren via Hundecrawl «schwimmen» und/oder tauchen können.

Diese Angaben haben nicht für alle Kinder Gültigkeit. Kinder reagieren sehr verschieden. Ich bin auch immer wieder über die Bandbreite ihres unterschiedlichen Verhaltens erstaunt.

Wir haben uns diese Frage auch immer wieder gestellt. Denn auch die Wissenschaft hat keine eindeutigen Antworten. Nach unseren Beobachtungen (im Warmbad bei 34° C und bei ruhiger Atmosphäre) zeigen ca. 70% der Babys keine oder fast keine erkennbaren Zeichen der Angst, weder beim Betreten des Bassin-Raumes, noch beim anfänglichen Sitzen am Rand und auch nicht, wenn sie ins Wasser «gehen». Ihr Gesichtsausdruck ist freundlich, erwartungsvoll, neugierig. Sie geniessen das Element und bewegen sich im Wasser spontan. Ungefähr  20% zeigen leichte, meist schnell vorübergehende Angstreaktionen. Angezogene Ärmchen, Fäustchen, kritischer Blick und nach unten abgewinkelte Beine in der Bauchlage. Wir würden es als Zögern oder Vorsicht bezeichnen. Diese Vorbehalte legen die Babys nach wenigen Minuten oder im Verlauf der ersten Stunde ab. Die restlichen 10% zeigen die gleichen Reaktionen, nur stärker und langanhaltender. Einige weinen und klammern sich an die Mutter/den Vater. Diese  Kinderentspannen sich  dann erst beim 2. oder 3. Mal. Dass ein Baby im Lauf eines Kurses sich gar nicht öffnet, ist selten.

Wir behaupten: Nein. Chlor ist besser als sein Ruf. Uns wurde seitens der Eltern kein einziger konkreter Fall gemeldet, in welchem Chlor Probleme ausgelöst hat. Es kann sich sogar auf manche Hauterkrankungen günstig auswirken, weil Chlor ganz leicht austrocknet. Auch bei Babys mit Neurodermitis konnten wir keine Verschlechterung beobachten.

Eigentlich ist es eine verrückte Sache: Dank Chlor oder Ozon können wir in Hallen- und Freibädern schwimmen und trotzdem hat der Stoff einen schlechten Ruf. Je mehr Keime, desto mehr Chlor wird nötig. Chlor legt Keime lahm, die uns sonst krank machen würden. Unseren Beitrag zu chlorarmem Wasser leisten wir, indem wir uns vor dem Schwimmen gründlich mit Seife waschen, denn die meisten Keime kommen von uns selbst.

Laut einer belgischen Studie aus dem Jahr 2002 können möglicherweise Reaktionsprodukte des Chlors bei Risikogruppen zur Entwicklung von Asthma beitragen. Vor allem Trichloramin, ein Reaktionsprodukt aus Chlor und dem von Badegästen eingetragenem Harnstoff, ist als Asthma-auslösende Substanz in Verdacht geraten. Ob dies tatsächlich schädlich für das Lungenepithel ist, kann aufgrund fehlender Daten zur Wirkschwelle von Trichloramin noch nicht abschließend beurteilt werden. Besorgten Eltern von Kindern unter zwei Jahren, in deren Familien gehäuft Allergien auftreten, empfiehlt das deutsche Umweltbundesamt (UBA), aus Vorsorgegründen vom Babyschwimmen abzusehen, bis geklärt ist, ob sich der Verdacht bestätigt. Alle anderen Kinder und Erwachsene können Schwimmbäder mit einer Wasseraufbereitung nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik weiter ohne Bedenken nutzen.

BAbyschwimmen wichtiGe FRühförderung?

Interview in der Winterthurer Zeitung:
Ist Babyschwimmen wichtige Frühförderung?

Link zum Zeitungsartikel

von Robert Blaser

6.12.2017

Kristina Pfister führt seit 30 Jahren eine Wasserschule für Babys in Winterthur und Zürich. Im WiZe-Interview gibt sie Antworten zum Thema Babyschwimmen.

 

 

Heutzutage geht man ins Babyschwimmen. Warum sollte man das tun?

Babyschwimmen ist nicht etwas, das man tun «sollte». Man nimmt als Eltern kein Risiko verpasster Chancen in Kauf, nur weil man keinen Kurs besucht. «Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr» gilt fürs Babyschwimmen nicht.


Es heisst doch, Babyschwimmen fördert die Entwicklung. Sie machen nicht gerade Werbung fürs Babyschwimmen.

Ich bin ehrlich. Natürlich ist es naheliegend, dass liebevolles Babyschwimmen dem Baby guttut Aber wir müssen wir die Tatsache anerkennen, dass es keine wissenschaftlichen Beweise für die entwicklungsfördernde Wirkung von Babyschwimmen gibt.


Dann ist für Sie Babyschwimmen keine Frühförderung?

Nicht, wenn der Hype um die Frühförderung aus der Angst kommt. So die Idee, mit dem Kind einen Leistungsvorsprung erarbeiten zu wollen, damit es «später» besser mitkommt. Dieser Gedanke kommt aus der Angst. Wer ein bisschen sensibel ist, kann spüren, dass ein Kind diese Motivation nicht cool findet.


Was wären Gründe, einen Kurse zu besuchen?

Weil es etwas Schönes ist. Wir sammeln gerne schöne Erfahrungen. Wir behalten dann etwas in guter und wohliger Erinnerung und legen so bei den Babys den Grundstein für eine lebenslange gute Beziehung zum Wasser. Positive erste Prägungen zu haben, ist etwas sehr Wertvolles.


Was bedeutet Babyschwimmen für Sie?

Auch wenn der Begriff Babyschwimmen zur Annahme verleitet, es ginge um funktionale Förderung, ist dies eher ein Nebeneffekt. Der eigentliche Sinn von Babyschwimmen ist vielmehr ein sinnliches Verweilen und Spielen im Wasser.


Also einfach nur spielen und sein. Ist das nicht ein bisschen wenig?

Nicht das «Machen» ist heute eine Kunst, sondern das «Sein lassen». Also das Umschalten in die Entspannung und in die sinnliche Präsenz. Damit holen wir das Baby vielmehr in seiner Welt ab.


Und was ist die Welt des Babys?

Was wir mühsam in Yoga-, Atem- und anderen Körperkursen (wieder) einüben, ist für Babys Grundzustand. Babys sind durch und durch sinnliche Wesen. Sie sind im Hier und Jetzt. Mit dieser sinnlichen Präsenz hat uns das Baby viel voraus. Und wenn gleich mehrere Babys zusammen sind, dann kumuliert und multipliziert sich diese Stimmung. Sofern wir sie lassen!


Wie meinen Sie das?

Die zaubervolle Stimmung und Atmosphäre, die Babys kreieren ist filigran und empfindlich. Wir können dem im Weg stehen, wenn wir zu viel wollen. Aus Sicht des Babys sind wir Grossen möglicherweise unsensibel und tollpatschig, wenn wir mit Erwartungen und Vorstellungen daherkommen, wie etwas oder das Kind zu sein hat, anstatt sich einfach dem Moment zu überlassen. Und sei es nur die «harmlose» Erwartung ans Baby: Sei zufrieden und glücklich! Wir merken gar nicht, wie wir gerade mit einem solchen Anspruch zum eigentlichen Spielverderber werden.


Dann wäre die Welt des Babys das Sein und die Welt der Grossen das Machen?

Ja, das kann man so sagen. Es stellt sich die Frage, was intelligenter oder «förderlicher» ist: Babys aus ihrer Welt in unsere zielorientierte, komprimierte und gleichzeitig zerstreute Welt zu holen oder das umgekehrte, uns von den Babys in ihre Welt der Sinne und des Staunens einladen zu lassen?


Was wäre der Appel oder die Einladung der Babys?

Das Baby könnte sagen: «Hallo Mama/Papa, ich weiss, du willst es gut machen, aber lass diese Förderidee und den Mich-glücklich-machen-wollen-Anspruch los. Ich habe viel mehr davon, wenn du auch zum Kind wirst und einfach entspannst und du du selbst bist. Das gefällt mir – da blühe ich am besten auf. Im anderen Fall bist du ständig damit beschäftigt, mich mit deinen Förderaugen zu beobachten. Und ob ich mich auch ja wohl fühle».


Lassen sich die Eltern auf diese Einladung ein?

Viele Eltern machen diesen Schritt in ihrer Haltung. Also weg von der Angst, hin zu Vertrauen und Liebe. Sie begeben sich auf Augenhöhe mit dem Kind, lassen alle Ansprüche, Erwartungen, das Gut-sein-wollen und das Beibringen-wollen draussen und geniessen es einfach, mit ihrem Kind in das Element Wasser einzutauchen. Dann können zauberhafte, ja sogar magische Momente entstehen in diesem sinnlichen Element. Das kann sehr berührend und voll tiefer und seliger Freude sein.


Und das reicht? Geniessen, Wonne, Sinnlichkeit – Warum ist das wichtig? Worin besteht der Nutzen?

Was könnte wertvoller sein, als einen hohen Grad an Wohlsein und Vertrauen zu erleben? Wenn die erste Prägung von Wasser in einem grossen Becken und das Zusammensein in einer Gruppe in diese Seins-Qualitäten eingebettet ist, ist dies das beste und wertvollste, was man einem Kind mitgeben kann. Alles baut auf diesem Grundstock wohliger und achtsamer Atmosphäre auf.


In letzter Zeit sieht man immer mehr Fotos und Filme von tauchenden Babys. Wie beurteilen Sie das Babytauchen?

Die Bilder tauchender Baby wirken spektakulär. Es ist aber nicht unbedenklich und birgt gewisse Risiken. Ich halte Babytauchen in der Gruppe weder für eine sanfte noch für eine natürliche Methode.


Wie warm muss das Wasser sein?

Ideal sind 34 Grad. Weiterhin ideal ist, wenn das Bad keine Lärmquellen hat. In unserem Kursort im Konradhof in Winterthur haben wir dieses Geschenk. Manchmal ist es so still, dass wir einem einzelnen Tropfen zuhören können – die Babys lieben das.

Bei weiteren Fragen nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf: